Ab Januar regelt das Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarkts die Preisgestaltung für Medikamente neu. So haben Pharmaunternehmen und Krankenkassen ab 2011 ein Jahr Zeit, den Preis eines innovativen Medikaments auszuhandeln. Gelingt ihnen das nicht, legt eine Schiedsstelle den Arzneimittelpreis fest. Preisvergleiche mit dem Ausland sind hierbei ausdrücklich erwünscht. Doch dieses Verfahren hat seine Tücken.

Denn ein internationaler Preisvergleich kann sich schwierig gestalten – so sind Arzneimittelmärkte von Land zu Land unterschiedlich groß, es gibt differierende Erstattungsverfahren und Preisregulierungen und auch die Verordnungspraxis ist nicht überall gleich. In einigen Staaten enthält der Medikamentenpreis die komplette Mehrwertsteuer, in anderen nur den reduzierten Satz und mancherorts auch gar keine. Außerdem orientiert sich eine Reihe europäischer Länder bei der Preisgestaltung der Arzneien bereits am Abgabepreis im Ausland. Wenn sich also am Ende jeder auf jeden bezieht, weiß irgendwann keiner mehr, wie Preise für neue Arzneimittel zustande kommen.

Aus diesem Grund sollte der Blick ins Ausland lediglich eine Orientierung bieten. Darüber hinaus ist es notwendig, die Preisfindung von Arzneien an einen transparenten und ökonomisch sinnvollen Kriterienkatalog zu knüpfen, der beispielsweise auch Kaufkraftunterschiede berücksichtigt.

Ordnungspolitisches Statement

Forschungsstelle Pharmastandort Deutschland: Einfache Preisvergleiche sind problematisch

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Eine falsche Preisdifferenzierung gefährdet Innovationen
Ordnungspolitisches Statement, 20. Juli 2017

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Das Landessozialgerichts Berlin-Brandenburg erklärte in einem Urteil, dass die im Rahmen des Gesetzes zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes von der Schiedsstelle bestimmten Preise für Arzneimittel nicht mit Hilfe eines Mischpreises gebildet werden dürfen. Die Umsetzung des Urteils kann sich zu einer Innovationsbremse auf dem deutschen Arzneimittelmarkt auswirken. mehr

Medizinische F&E – Stärken nutzen, Potenziale erkennen
Musterpräsentation, 6. März 2017

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Baden-Württemberg, Berlin, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz zählen zu den traditionsreichen Pharmastandorten Deutschlands. Dabei ist die Pharmaindustrie nicht nur aufgrund der Produktion von Arzneimitteln ein wichtiger Player an ihren regionalen Standorten. Auch mit ihren Forschungsleistungen tragen die Unternehmen der Branche überdurchschnittlich zum Erfolg der regionalen Wirtschaftsstandorte bei. mehr

Vortrag, 27. Januar 2017

Parlamentarischer Abend Pharmaindustrie in Schleswig-Holstein
 – Potenziale am Standort hebenArrow

Schleswig-Holstein ist ein spannender Standort für die Pharmaindustrie. Hierüber herrschte Einigkeit unter den Gästen des Parlamentarischen Abends am Schleswig-Holsteinischen Landtag in Kiel, den der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) gemeinsam mit dem Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) und der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) am 25. Januar 2017 veranstaltete. mehr